Dorfgeschichte von Weißenbrunn
(Auszüge aus der Dorfchronik und der Examensarbeit von Heinz Weiß 1957)

 

Besiedlung und Namenserklärung

Zu welcher Zeit die ersten Ansiedlungen in dem Dorf Weißenbrunn und in den zur früheren Gemeinde gehörenden Ortschaften Winn und Ernhofen gegründet worden sind, darüber fehlen alle Nachrichten. Keine Sage aus alter Zeit hat eine Andeutung über die Verhältnisse oder ein Ereignis in der ersten Zeit seiner Entstehung der Nachwelt überliefert.

Die älteste geschriebene Form des Namens, die zu finden ist, heißt Veitsbrunn. Spätere Formen sind Weyzenbrune (1360), Vizzebrun oder Wizzenbrun und Weissenprun (1393). Die Endsilbe des Dorfnamens ”-brunn” hängt sicher mit dem natürlichen Wasserreichtum, bedingt durch die Lage am Albsteilrand, zusammen. Sie verweist eigentlich auf die Zeit der Gründung von Königshöfen in den fränkischen Keuperlandschaften und der Alb. (8. Jahrhundert). Die Vorsilbe ”Veit-” kann vielleicht mit einem Personennamen in Verbindung zu bringen sein.

Die Flurform (Gewannflur) und die Anlage des Dorfes (Haufendorf) deuten auf eine frühe Zeit der Besiedlung hin. (Gewannflur: Die regelmäßigste Flureinteilung in beliebig viele, mindestens aber drei Flurschläge oder Gewanne (Dreifelderwirtschaft) die in sich in parallellaufende, gleich geformte Streifen je nach der Zahl und Größe der in der Ortschaft liegenden Bauernstellen unterteilt sind. Die ”Gewanne liegen : a) am Weg nach Ernhofen; b) zwischen Weißenbrunn und Winn; c) auf dem Klingenhofer Berg. Wiese und Wald sind zunächst von der Gliederung ausgeschlossen.)


Vorgeschichte

Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass schon in der Vorzeit in der nächsten Umgebung von Weißenbrunn oder in Weißenbrunn selbst Ansiedlungen bestanden haben. Zahlreiche vorgeschichtliche Grabfunde weisen darauf hin.

Die ältesten Funde stammen aus der Bronzezeit (Hügelgräberzeit 1700 - 1200 v. Chr. Dazu gibt es Niederschriften in der "Festschrift der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg" von 1901 auf den Seiten 209 und 212.

 

Vorchristliche Begräbnisstätte im Waldteil Vogelherd auf dem Weißenbrunner Berg

Drei kleine Grabhügel befanden sich, in geringer Entfernung voneinander, auf dem anmutigsten Plätzchen hoch im weißen Jura. Die Stelle liegt von der Straßenkreuzung des mittelfränkischen Dorfes Weißenbrunn in östlicher Richtung 1100 m entfernt, in Luftlinie gemessen.

Der Waldteil führt den Namen Vogelherd und gehört der Gemeinde Weißenbrunn, welche uns die Erlaubnis zur Ausgrabung der Hügel bereitwilligst und ohne besondere Entschädigung gewährte.

Die kleine Nekropole (Begräbnisstätte) liegt nahe dem aussichtsreichen Rande des Weißjuraplateaus und in bemerkenswerter Nähe von dem am 10. Juni 1897 abgegrabenen Bronzezeithügel im Waldteil Breitenloh (in annähernd nordöstlicher Richtung 1215 m von diesem entfernt).

Hügel I hatte nur 9m Durchmesser und 0,70 m Höhe und war auf einer etwas nach Süden sich neigenden Fläche aus den Kalkplatten des weißen Juras mit wenig Erde aufgebaut. Mit horizontalen Steinplatten war zuerst die ebene Erde bedeckt worden und auf diesem Steinpflaster war der Hügel aus abwechselnd horizontal und vertikal gestellten Platten aufgeschichtet.

In diese Steinplatten eingebettet, lag genau östlich und in 3m Entfernung von der Mitte ein menschliches Skelett weiblichen Geschlechts. Die Leiche war von Norden nach Süden orientiert mit dem Kopf im Norden. Dieser war zwischen zwei Steinplatten vollkommen plattgedrückt worden. Auffallend ist auch hier, dass die Leiche so seicht in den Hügel eingegraben war. Die Knochen befanden sich nur 0,20m bis 0,30m tief unter der Hügeloberfläche. An Beigaben fanden sich außer einigen schwarzbraunen, undefinierbaren Scherbenstückchen mehrere scharfkantige Feuersteinsplitter in der Nähe der rechten Schulter und ein Bronzering am linken Handgelenk.
Dieser ist kreisrund aus glattem Draht von gedrückt ovalem Querschnitt gebogen und so eng, daß nur eine sehr zart gebaute Hand hindurchschlüpfen konnte. Denn seine lichte Weite beträgt nur 61mm, seine Breite 5mm, die Dicke 2mm. Die Bronze ist unter der graugrünen Patina von kupferroter Farbe.

Die Leiche besitzt eine Länge von 1,55m; die Armknochen sind ausnehmend schwach.

Die Bruchflächen der Scherben sind alt und passen trotz sorgfältigsten Probierens nicht aufeinander. Diese Tatsache läßt nur zwei Deutungen zu:

Entweder
wurden die beizugebenden Gefäße bei der Bestattung absichtlich zertrümmert und die Scherben umhergestreut
oder
die Leiche gehört einer Nachbestattung an, gelegentlich welcher die Urnenbeigaben älterer Bestattungen umhergestreut wurden und so in die Nähe der nachbestatteten Leiche kamen.

Die letztgenannte Erklärung halte ich angesichts zahlreicher Analogiefälle für die wahrscheinlichere. Für sie spricht auch die peripherische und seichte Lage des Skeletts; ferner der Umstand, dass die übrigen 3 bis 4 Leichen, welche in dem Hügel bestattet worden waren, sämtlich in größter Unordnung zerstreut lagen.

Es fanden sich nämlich noch im Verlauf der Grabung:
Zertrümmerte Schädelknochen in 30cm Tiefe; ein Oberschenkelknochen, 70cm tief; im Süden zwei Oberschenkelknochen und Beckenteile, auch ganz verwitterte Teile der übrigen Knochen; im Norden ein Armknochen; im Südwesten Arm- und Schenkelknochen.

Obwohl die sparsamen Beigaben der in diesem Hügel bestatteten Leichen keine Anhaltspunkte für eine Zeitbestimmung geben, glaubten wir doch aus dem einfachen Bau des Hügels, aus der seichten Bestattungsweise der Leichen entnehmen zu dürfen, dass es sich um einen Bronzezeitfriedhof handelte. Diese Vermutung wurde durch das der Bronzezeit angehörende Inventar des benachbarten Hügels III später sehr wahrscheinlich gemacht.

Hügel II hatte nur 7m Durchmesser und 0,5m Höhe; er wurde zwei Jahre später, am 26.August 1899, mit 8 Arbeitern in gleicher Weise abgegraben. Nur an einer Stelle im Süd-Südwesten nahe dem Umfang fanden sich verwitterte Reste menschlicher Knochen, deren ursprüngliche Lage durch die darüber lastende Steinmasse so verschoben war, dass sie nicht mehr festgestellt werden konnte. Beigaben fehlten vollständig.

Interessanter war der am gleichen Tage abgegrabene Hügel III.

Anscheinend hatte dieser runde Hügel eine Höhe von 1,2m über dem Niveau des äußeren Bodens bei einem Durchmesser von 13 m. Im Verlauf der Abgrabung stellte sich jedoch heraus, daß der Hügel auf einer natürlichen Bodenerhöhung errichtet war, so dass die aufgeschüttete Schicht nur eine Mächtigkeit von 0,4m besaß. Auf dieser natürlichen Bodenerhebung lagen, auf eine Fläche von etwa 4m Radius verteilt, die Knochen von mindestens fünf menschlichen Skeletten. Da die Leichen nur mit einer, überdies sehr locker geschichteten Steinlage von kaum 40cm Dicke bedeckt waren, sind die Knochenreste teilweise zu Mehl zerfallen und nicht mehr bestimmbar. So waren von einigen Schädeln nur noch die Zähne und papierdünne Reste der Kieferknochen erhalten. Die Zähne sind gelblichweiß, gut erhalten, stark abgenützt an der Schneide.

Drei von den fünf Leichen waren jeglichen Schmuckes bar; sie lagen, ein annähernd gleichseitiges Dreieck markierend, in fast gleichem Abstand von der Mitte. Von ihnen bot die am nördlichsten gelegene ein bemerkenswertes Bild: sämtliche Knochen lagen in natürlicher Reihenfolge auf einer Kalksteinplatte von 1,16m Länge, 0,7m Breite und 0,2m Dicke. Da die Knochen unzweifelhaft einem ausgewachsenem Individuum angehört haben mussten, muss dasselbe in zusammengekauerter oder hockender Stellung auf den Stein gelegt worden sein.
Die vierte Leiche lag 2,4m nordwestlich von der Mitte; in ihrer Bauchgegend fand sich ein Bronzedrahtring.
Die fünfte Leiche nahm genau die Mitte des Grabhügels ein. Bei derselben lag, dicht an der rechten Seite des Schädels ein interessanter Bronzedolch.

Der Bronzering ist aus einem 2,5mm dicken Broncedraht von rautenförmigem Querschnitt etwas unrund gebogen; die Enden des Drahtes sind hakenförmig umgebogen und federnd ineinander gehängt. Die Patina ist glänzend graugrün. Der Ring scheint zum Zusammenhalten des Gewandes gedient zu haben, wie dies in unserer Gegend zur Bronzezeit Gebrauch war. Da der Durchmesser des Ringes 3cm beträgt, kann er weder als Arm-, noch als Fingerring verwendet worden sein.

Der Bronzedolch hat eine Länge von 118mm und eine größte Breite von 25mm in der Nähe des griffwärts gerichteten Endes. Seine Form kommt dem der botanischen Systematik entlehnten Ausdruck -lineal-lanzettlich- am nächsten, mit spatelförmigem Griffende. In der Medianlinie zur größten Dicke anschwellend, läuft diese prächtige Klinge nach beiden Seiten in zwei scharfe, fast etwas hohlgeratene Schneiden aus, welche geradlinig konvergieren, bis sie sich am unteren Ende mit sanfter Beugung zur Spitze vereinigen. Die Schneiden sind nicht geschliffen, sondern gehämmert (gedengelt), wie man aus der unregelmäßigen Spiegelung deutlich erkennt.

Das obere, griffwärts gerichtete Ende ist gleichfalls zu eine scharfen Schneide kurz gehämmert und war offenbar mittels dieser in einem Holzgriff eingekeilt, wie die Feuersteindolche, als deren getreue Kopie in Metall wir diese schöne Waffe wohl betrachten müssen. Der Griff mag wohl von hartem Holz gewesen sein, da er das obere Dolchende nicht tief fassen konnte, weil dasselbe von der Schneide aus in steilem Winkel schon nach 12mm zur größten Dicke anschwillt. Diese Befestigungsweise machte die Nietlöcher, welche die späteren Dolche der Bronzezeit am Griffende besitzen, entbehrlich.

Die ganze Waffe ist schön poliert, so dass die makellose, prachtvoll grasgrüne Patina noch jetzt lebhaft glänzt. So einfach die Form dieses Dolches ist, so spricht doch aus allen Konturen ein so kunstvolles Ebenmaß, dass es uns an den klassischen Formensinn altgriechischer Meister gemahnt. Wenn die Form des Schwerts wirklich das Entglied einer aus der Dolchform quellenden Entwicklungsreihe ist, so muss dieser Dolch wohl die älteste vorbildliche Form gewesen sein.

Deshalb rechnen wir diese Bestattung und mit einiger Wahrscheinlichkeit auch die benachbarten Hügel I und II zur älteren Bronzezeit. (1800 - 1100 v. Chr.)

 

Nekropole (Grabstätte) im Waldteil Balgeten bei Weißenbrunn
(Jüngere Hallstattzeit. Erdbestattung in einer Grabkammer)

Auf dem Hochplateau des weißen Jura, in nordöstlicher Richtung von dem oben genannten Dorf Weißenbrunn, steht ein kleiner Fichtenwald auf einem Platze, der im Munde des Volkes Balgeten heißt. In grauer Vorzeit soll dort ein Dorf gleichen Namens gestanden sein, welches nach einem Brande von seinen Insassen für immer verlassen worden sei.
Der Wald ist im Südwesten von einem nach dem Dorfe Winn und im Südosten von einem nach Offenhausen führenden Fuhrweg begrenzt; der Punkt, in welchem sich die beide kreuzen, ist in der Luftlinie 1065m ostnordöstlich von der Mitte des Dorfes Weißenbrunn entfernt.

Ungefähr 160m nordwestlich von diesem Kreuzungspunkt liegen im Wald vier kleine, länglichrunde Grabhügel nahe beieinander.

Hügel I und Hügel III wurden am 7. Okto 1897 abgegraben, während die Hügel II und IV intakt bleiben mussten, weil sie mit Wald bestanden sind.

Hügel III hatte von Süden nach Norden 5,5m, von Osten nach Westen 7m Durchmesser und eine Höhe von 0,5m. Obwohl dieser Hügel aus Steinen und Erde genau ebenso aufgebaut war, wie alle übrigen Grabhügel im Juragebiet, und daher wohl auch ein solcher sein musste, ergab die Abgrabung gar keinen Anhaltspunkt für diese Annahme. Der Hügel hatte kein Inventar.

Hügel I war noch kleiner, aber trotzdem relativ ergiebig; er maß von Norden nach Süden 4m, von Osten nach Westen 5m in der jeweils größten Ausdehnung, und war gleichfalls 0,5m hoch. Er war aus Erde und Kalksteinen von durchschnittlich Kopfgröße kunstlos auf ebener Erde errichtet und enthielt genau in der Mitte eine wirkliche, aus 5 Steinplatten zusammengestellte Grabkammer. Außerhalb der letzteren fand sich gar nichts Prähistorisches, nicht einmal Kohlenspuren oder Scherben. Die Grabkammer hatte die folgende Konstruktion:

Auf einer riesigen Steinplatte von zwei Zentnern Gewicht, welche horizontal in die ebene Erde eingelassen war, standen als Seitenwände im rechten Winkel zueinander und zur Grundplatte 4 Steinplatten von durchschnittlich 60cm Länge, 40cm Breite und 15cm Dicke; je zwei Platten standen parallel zur Nord-Süd und zur Ost- Westrichtung. Die Kammer war oben offen und von hier aus mit demselben Material gefüllt, aus welchem der übrige Teil des Hügels bestand. Die nach Süden gekehrte Seitenwand war aber nach innen gesunken und hatte einen Teil des Kammerinventars herausgedrückt, so daß große Unordnung konstatiert wurde.

Der Inhalt der Kammer bestand aus einer größeren Zahl von Skelettresten, welche von Baumwurzeln innig durchwachsen und von innen heraus fast aufgezehrt waren. Sie lagen, wie dies bei den geringen Dimensionen der Kammer erklärlich ist, ohne erkennbare regelmäßige Anordnung und gehörten mindestens zwei Personen an: einem erwachsenen Menschen und einem Kinde; von diesem waren der Oberarm und zwei Zähne gut erhalten. Ein einziges Stückchen schwarzbraunen Scherbens lag mitten unter den Knochen. Im nordwestlichen Eck der Kammer, durch die Fuge zwischen den Steinen nach außen gerutscht, lag ein massiver ornamentierter Broncereif auf dem Rand der Grundplatte.

In der Nähe, auf der Innenseite, lagen die beiden Hälften eines zerfallenen Stöpselrings und im südöstlichen Eck lag ein ebensolcher, gut erhaltener Stöpselring aus Bronze.

Der Bronze-Armring hat folgendes Aussehen:
Der größte Durchmesser seines Lumens beträgt 7,3cm, der kleinste, zu diesem senkrecht stehende, 5,4cm. Der Querschnitt des gegossenen Rings ist oval und hat eine größte Breite von 6mm. Die dem Arm zugewendete Innenseite ist glatt und zeigt die goldgelbe Farbe der Bronze; die gegenüberliegende Lichtseite ist ornamentiert; die in der Ringebene liegenden Seiten sind plattgedrückt, als ob der Ring zwischen zwei Schleifsteinen abgerieben worden wäre. Die Ornamentierung der Außenseite besteht aus je 7 eingeritzten Querstrichen, welche mit je 4 rautenförmig angeordneten eingepreßten Punkten regelmäßig abwechselnd von einem Ende des Ringes über den Rücken zum anderen Ende ziehen. Die sieben Querstriche haben gleiche Abstände von einander und nehmen 9mm der Ringlänge in Anspruch.

Die Stöpselringe sind aus einfachem dünnem Bronceblech kahnförmig gebogen und zeigen die für die Hallstattzeit charakteristische Form. Doch sind sie ungewöhnlich klein, da ihre lichte Weite durchschnittlich nur 15mm, ihre größte Breite 6mm beträgt.

  

Folgerungen aus den Grabfunden

Die Lage der Hügelgräber ist durchweg eine erhöhte. Die pietätvoll gewählten Ruhestätten gebieten über eine wahrhaft prachtvolle Fernsicht in die Bergketten und Täler des Jurazuges, deren Bevorzugung sich darin bekundet, dass die Grabhügel fast hart am Steilrand des Berges errichtet sind. Diese Tatsache ist beachtenswert, weil die wasserarme Hochebenen auf keinen Fall Ansiedlungen getragen haben, welche sich vielmehr in den wasserreichen Tälern befunden haben dürften. Die Toten wurden also, sei es aus Pietät oder aus abergläubischer Furcht, ein weites Stück Wegs bergan getragen zur letzten Ruhe.

Die zum Bau benützten Steine, welchen mit Vorliebe die Form von Platten gegeben ist, wurden in radialer Richtung in gewissen Abständen aufrecht gestellt und die Zwischenräume mit Steinknollen und Erde aufgefüllt. Dadurch erhielten die Hügel größere Festigkeit und den wilden Tieren war es verwehrt, die Leichen auszuscharren.

Über den Zweck der Grabhügel ist vielfach die irrige Meinung verbreitet, dass in jedem Hügel eine Person begraben sein müsse. Wir glauben für unser Gebiet beweisen zu können, dass jeder einzelne Grabhügel ein Friedhof gewesen ist, der lange Zeit hindurch in Benützung gestanden hat.

Als Form der Bestattung ist die Erdbestattung gewählt.

Die Gräber der Bronzezeit zeichnen sich durch ihre Armut, die der Hallstattzeit durch ihren oft maßlosen Überfluß an Tongefäßen aus. (Festschrift der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg 1901)

Weitere Grabfunde aus der Bronzezeit wurden im Waldteil Breitenloh gemacht. Neben Skeletteilen von mindestens 5 Leichen wurden dort noch viele Beigaben gefunden. Eine Besonderheit dieses Grabes war die Leiche eines Mannes, der seinen Kopf im Schoße liegen hatte. Vielleicht steht dieser Grabfund in Zusammenhang mit einer Sage, die auch heute (1957) noch von alten Leuten erzählt wird. Danach soll es nämlich ganz in der Nähe des Grabes, auf dem Hundsbrunnenanger (Hundserer), nicht ganz geheuer sein. Wenn man sich dort um Mitternacht aufhält, dann kann es vorkommen, dass man in stürmischen Nächten einem Reiter begegnet. Das Pferd bewegt sich in großen Sprüngen auf dem Waldanger umher. Sein Reiter aber hat keinen Kopf!

Alle Grabhügel liegen am Rande des Steilabfalles der Alb. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass auf der wasserarmen Hochfläche die dazugehörigen Siedlungen lagen, obwohl dort das Flurstück ”Balgern” liegt und eine alte Urkunde ein Dorf mit gleichem Namen erwähnt. Dass es sich aber um Gräber von durchziehenden Stämmen handelt ist wegen ihrer Häufigkeit kaum anzunehmen.

Es besteht somit die große Wahrscheinlichkeit, dass bereits zur Bronzezeit (1800 - 700 v. Chr.) in nächster Nähe des jetzigen Dorfes Weißenbrunn, oder hier selbst, menschliche Ansiedlungen waren.

Heinz Weiß


Weitere (geschichtliche)  Informationen über Weißenbrunn finden Sie außerdem auf der Internet-Seite der
Freiwilligen Feuerwehr Weißenbrunn

 

 


FSV Weißenbrunn 1949 e.V.